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Frau Häusler Andrea schrieb in der Zeitung:


Auszug aus Tagblatt, 25. Oktober 2013

Selbständige Uhrmacher sind eine aussterbende Zunft. Obwohl ihr Können nach wie vor gefragt ist. Peter Schuler als Uhrmacher mit eigener Werkstatt ist wieder im erlernten Beruf.
NIEDERHELFENSCHWIL. Er trägt weder Omega noch Tissot, träumt nicht von IWC oder schwärmt für Rolex. Die Uhr an seinem Handgelenk ist namenlos. Von besonderer Optik, gewiss, aber weder Statusobjekt noch Luxusprodukt. Peter Schuler ist Uhrmacher. «Marken», sagt er, «bedeuten mir wenig.» Es seien die Mechanik, die Technik, die sich hinter den Zifferblättern verberge, die ihn faszinierten. Und die Herausforderung, defekte Werke wieder in Gang zu bringen. «Noch heute ist es für mich ein Wow-Erlebnis, wenn ich eine totgeglaubte Uhr wieder im richtigen Takt zum Ticken bringe.»
Das Handwerk hat der Bauernbub aus Fislisbach vor über 40 Jahren erlernt. Sein Traumberuf. Dafür war er nach Frauenfeld gezogen, als Wochenaufenthalter. Denn die Lehrstellen waren rar, dazumal. 1970 hatte Peter Schuler das Fähigkeitszeugnis in der Hand: Uhrmacher Rhabilleur.


Armband- und Grossuhren

2008 hat Peter Schuler beruflich alles auf eine Karte gesetzt und in seinem Haus in Niederhelfenschwil eine Uhrenreparaturwerkstätte eingerichtet. Anders als bei anderen Berufen, die sich im Laufe der Jahre frappant entwickelt und verändert haben, sei im Uhrenmacher-Métier die Zeit fast ein bisschen stillgestanden. Davon zeugen auch zahlreiche ältere Apparate und Werkzeuge, die heute ihren Dienst ebenso solide versehen wie kostspielige Neugeräte. Schuler repariert alles, was nicht mehr richtig tickt. Von der Armbanduhr, die nach einer neuen Batterie verlangt, über Grossvaters stehende Taschenuhr bis hin zur Comtoise oder der defekten Pendule.

Ganz offensichtlich hat er mit seinem alten Geschäftsmodell ohne Spezialisierung eine Marktnische entdeckt. Defekte Armbanduhren aus dem oberen Preissegment würden vom Handel zunehmend direkt an die Hersteller geschickt, sagt Peter Schuler. Diese führten Reparaturen oft nur gleichzeitig mit kostspieligen Totalrevisionen aus. Oder sie retournierten die Uhren mit dem Vermerk «nicht reparierbar».

Kein geduldiger Mensch

Armbanduhren machen jedoch den geringeren Anteil seines Auftragsvolumens aus. Mehr Zeit verbringt Schuler mit antiken Grossuhren aus verschiedensten Epochen. Berührungsängste kennt er nicht. Auch nicht bei seltenen Uhren, die für ihre Besitzer – nebst dem materiellen – oft einen hohen emotionalen Wert haben. Aber er sichert sich ab. «Ich dokumentiere beim Zerlegen eines Uhrwerks jeden Schritt mit der Digitalkamera.»

Die Arbeit mit feinsten Schraubenziehern und filigranen Pinzetten erfordert einiges an Können, Erfahrung und Geduld. Ein geduldiger Mensch allerdings sei er mitnichten – zumindest nicht im Alltag, sagt Schuler. «Doch wenn ich hier sitze und arbeite, dann bin ich ein ganz anderer Mensch.»

 




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